SERIE: DIGITALE ANLAGEN

Bundesbank drückt aufs Tempo

Balz: European Payment Initiative zügig auf den Weg bringen – „Letzte Chance“

ms/fed Frankfurt – Die Deutsche Bundesbank dringt auf rasche Fortschritte der European Payment Initiative (EPI). Der Zusammenschluss von Banken und Zahlungsverkehrsdienstleistern will einheitliche europäische Zahlungsverfahren etablieren. „Der Fokus muss sein, das EPI-System relativ schnell auf den Weg zu bringen und erste Zahlungen zu ermöglichen“, sagt Burkhard Balz, Vorstandsmitglied der Bundesbank, im Interview der Börsen-Zeitung. Balz unterstreicht die Dringlichkeit: „Schließlich steigt auch der Druck der internationalen Kartensysteme.“ Er verweist darauf, dass Mastercard die Abschaltung des Maestro-Systems für 2023 angekündigt hat. Balz stellt die Bedeutung der Initiative heraus: „Am Ende muss EPI gelingen.“ Denn EPI sei aus seiner Sicht „die letzte Chance für den Markt, europaweit ein eigenes System zu etablieren“. In wenigen Tagen läuft die Frist für die Finanzierungszusagen der teilnehmenden Banken aus. „Bis Ende November müssen sich die Stakeholder entscheiden, ob sie sich kapitalmäßig an der Initiative beteiligen“, erinnert der Bundesbanker. „Ich hoffe natürlich sehr auf ein positives Votum“, sagt er mit Blick auf die deutschen Geschäftsbanken.

Ein weiteres Thema von überragender Bedeutung ist aus Sicht von Balz das Projekt des digitalen Zentralbankgelds in Europa. „Für mich ist der digitale Euro ein Jahrhundertprojekt.“ Er stehe hinter dem Projekt, sagt der Bundesbanker, betont aber zugleich, dass die Entscheidung über die Einführung eines digitalen Euro noch nicht getroffen sei. Bei der laufenden Untersuchung von Chancen und Risiken liege ein Augenmerk darauf, wie Bank-Runs in Extremsituationen vermieden werden können. Und in normalen Phasen wolle das Eurosystem nicht, dass Sichteinlagen in zu großem Umfang von Geschäftsbankenkonten in digitale Euro umgeschichtet werden. Balz betont, dass sich die Bundesbank für die Programmierbarkeit eines möglichen Digital-Euro starkmacht. „Denn die Integration in Smart Contracts sollte möglich sein.“


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